Kleine Atomreaktoren (Small Modular Reactors): keine Chance für die Schweiz
Im Monatsrhythmus verbreitet die Atomlobby Erfolgsmeldungen. Nun sollen also viele kleine Atomreaktoren (SMR) unsere Energieprobleme lösen. Dumm nur, dass alle derartigen Projekte seit den Fünfzigerjahren gescheitert sind. Die Technologie ist veraltet, viel zu teuer und viel zu gefährlich. Die Alternativen Sonne, Wind und Wasser wachsen zigmal schneller, sind einheimisch, sicher und viel billiger.
Für das vorletzte US-Projekt in Idaho waren ursprünglich 5.3 Milliarden Dollar projektiert worden. Nachdem Anfang 2023 die Kosten auf 9.3 Milliarden Dollar gestiegen waren, zogen Staat und Investor die Reissleine. Damit geht es den kleinen Reaktoren nicht besser als den grossen. Die einzigen drei neuen europäischen Reaktoren seit Beginn der 2000-er Jahre überzogen das Budget alle um das Mehrfache. Und allein die neu installierte Solarproduktion war 2025 grösser als die Produktion aller 400 AKW weltweit. Hinzu kommt nochmals etwa halb so viel neu installierte Windenergie – in einem Jahr.
Wie die Ukraine zeigt, stellen AKW ein bevorzugtes Ziel in Konflikten dar. Sollen zehn SMR ein grosses AKW ersetzen, haben wir in der Schweiz 40 statt vier kritische Anlagen für militärische Angriffe oder Unfälle. Die überhitzten Flüsse müssen im Sommer 40 Reaktoren kühlen. 40 statt vier Reaktoren sind Opfer von KI-generierten Angriffen. 40 Reaktoren brauchen nicht erneuerbares Uran – aus Russland, Kasachstan oder Übersee. Und kleine Reaktoren produzieren noch mehr radioaktive Abfälle als grosse, der für 1 Mio. Jahre sicher entsorgt werden muss.
Wohin die Reise für die Schweiz geht? Wasser haben unsere Vorfahren für uns erschlossen. Nun wächst der Zubau der Solarenergie, und auch die Schweiz wird mit viel mehr Windenergie den Winterbedarf decken. 200’000 Windräder in der EU, 1500 im Alpenland Österreich zeigen, dass die Technik ausgereift und breit akzeptiert ist. Produzieren wir einheimisch – „turn, baby, turn!“.
